Der Gemeindevorstand betrachtet die Entwicklung rund um die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO) und das Spital mit grosser Sorge. Die aktuellen Zahlen und Planungen zeigen eine deutliche Verschlechterung der finanziellen Situation.
Folgende Punkte haben zur Haltung des Vorstands geführt:
- Massiv steigender Finanzbedarf
Während im Mai 2025 jährliche Gemeindebeiträge von maximal 11.4 Mio. Franken angenommen wurden, rechnet der Stiftungsrat nun mit 15 Mio. Franken für 2026 und 16 Mio. Franken für 2027 – ein Anstieg um über 30 % bzw. 40 %.
- Neue Investitionen ohne klare Begründung
Entgegen früheren Aussagen sollen für die Jahre 2026 und 2027 je 5 Mio. Franken für zwingende Ersatz- und Unterhaltsinvestitionen gesprochen werden. Eine nachvollziehbare Begründung für diese Notwendigkeit liegt nicht vor.
- Belastende Rückzahlungen an Kanton und Bank
Zusätzlich sind Zahlungen von insgesamt fast 10 Mio. Franken an den Kanton Graubünden und die Graubündner Kantonalbank vorgesehen. Diese Forderungen verschärfen die finanzielle Lage erheblich.
- Finanzielle Überforderung der Gemeinden
Der gesamte Finanzbedarf beläuft sich nun auf rund 50.8 Mio. Franken für zwei Jahre – ohne langfristige Lösung. Für Samedan wäre dies eine ausserordentliche Belastung, die Investitionen und Leistungen der Gemeinde stark einschränken würde. Ein «Weiter wie bisher» ist nicht verantwortbar.
- Fehlende Grundsatzdiskussion
Bislang wurde nicht vertieft diskutiert, welche medizinischen Leistungen langfristig notwendig, wirtschaftlich tragbar und regional sinnvoll sind. Eine solche Debatte wäre dringend erforderlich, bevor weitere Verpflichtungen eingegangen werden.
- Eingeschränkte Stimmfreiheit
Die Abstimmungsvorlage verknüpft mehrere Sachfragen zu einer einzigen Entscheidung. Dies verunmöglicht der Bevölkerung eine differenzierte Stimmabgabe.
Fazit des Gemeindevorstands
Die vorgesehene Leistungsvereinbarung ist keine tragfähige Lösung, sondern nur ein vorübergehender Zwischenschritt. Sie stellt den Betrieb zwar für zwei Jahre sicher, bietet aber keine dauerhafte Lösung. Die finanzielle Belastung für die Gemeinden bleibt hoch und ist auf Dauer nicht tragbar.
Für die Zukunft wird es wohl Anpassungen bei den Leistungen oder eine engere Zusammenarbeit mit Partnern wie der Klinik Gut oder dem Kantonsspital Graubünden (KSGR) brauchen.
Die medizinische Versorgung im Oberengadin ist sehr wichtig. Gleichzeitig darf sie die Gemeinden nicht überfordern oder ihre Handlungsfähigkeit einschränken. Der Gemeindevorstand wünscht sich deshalb eine umgehende, wirtschaftliche und eben auch langfristige Lösung. Der von der SGO neu vorgesehenenen Leistungsvereinbarung kann daher nicht zugestimmt werden.





