Während in mehreren Oberengadiner Gemeinden ein generelles Feuerwerksverbot gilt, hat sich der Gemeindevorstand von Samedan wiederholt gegen ein solches ausgesprochen. Er setzt auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Ein Kurz-Interview mit Gian Peter Niggli, Gemeindepräsident.
Mehrere Oberengadiner Gemeinden haben ein generelles Feuerwerksverbot beschlossen, Samedan nicht, warum nicht?
Gian Peter Niggli: Auch in Samedan besteht ein generelles Feuerwerksverbot. Ausgenommen davon sind allerdings die beiden traditionellen Feiertage Silvester/Neujahr und der 1. August. Der Gemeindevorstand ist der Überzeugung, dass es der Bevölkerung von Samedan zustehen soll, an diesen beiden Anlässen ihre Freude auch mit Feuerwerk und Höhenfeuern zum Ausdruck bringen zu dürfen. Gerade der 1. August als Bundesfeiertag besitzt eine besondere gesellschaftliche und emotionale Bedeutung, weshalb eine solche Möglichkeit erhalten bleiben soll.
Dennoch appelliert die Gemeinde an die Bevölkerung, auf das Abbrennen von Feuerwerk zu verzichten.
Gian Peter Niggli: Es ist unbestritten, dass es heute moderne Alternativen zum klassischen Feuerwerk gibt, wie etwa Lichtshows, Wasserspiele oder Drohnenshows, die ebenfalls festliche Stimmung verbreiten können. Der Gemeindevorstand vertritt den Standpunkt, nicht mit generellen Verboten zu arbeiten, sondern vielmehr auf die Eigenverantwortung und Vernunft der Bevölkerung zu setzen. Die Gemeinde Samedan bekennt sich zur Freiheit des Einzelnen, vertraut auf das Verantwortungsbewusstsein der Einwohnerinnen und Einwohner und ist überzeugt, dass sich der gesellschaftliche Wandel hin zu umweltschonenderen Ausdrucksformen auch ohne Verbote zunehmend durchsetzen wird.





