Gewerbe

Movimento – Wichtige Stütze für Menschen mit einer Beeinträchtigung

Bild: Die von Movimento Klientinnen und Klienten handgefertigten Produkte können im Geschäft in Surtuor 1 erworben werden.

Menschen mit einer Beeinträchtigung stehen in unserer Leistungsgesellschaft vor Herausforderungen. Zum Glück gibt es Organisationen wie Movimento, die auch jenen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, die als leistungsschwächer gelten.

Die Ursprünge von Movimento reichen bis in die 80er Jahre zurück. Seitdem hat sie sich die Institution zu einer unverzichtbaren Stütze für Menschen mit körperlichen, geistigen und / oder psychischen Beeinträchtigungen entwickelt. Mit Betrieben in Samedan, in Scuol und im Puschlav ist sie zuständig für die Region Engadin und Südbündner Täler.

Betreute Wohn- und Arbeitsplätze

Eine zentrale Aufgabe von Movimentos Arbeit ist die Bereitstellung verschiedener Modelle betreuter Wohn- und Arbeitsplätze und betreuter Tagesstruktur. Erwachsene zwischen 18 und 74 Jahren leben in familiären Strukturen zusammen. Sie gehen zur Arbeit, kochen gemeinsam und gestalten ihre Freizeit – stets unter fachkundiger Begleitung.

Die betreuten Personen werden intern als Klientinnen und Klienten bezeichnet. Aktuell sind es 120. Sie werden von 80 Fachkräften an den drei Standorten betreut. In Samedan gibt es 23 Wohnplätze, 28 Tagesstrukturplätze und 23 Arbeitsplätze. Diese Angebote finden unter geschützten Bedingungen statt. So 
bieten sie Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit, ohne übermässigen Druck zu arbeiten.

In den Werkstätten sowie in der Schreinerei, der Weberei und der Küche entstehen Produkte von beeindruckender Qualität. Hier kommen die Holzspiesse für den Zigeunerspiess, Holzpfähle für Geologen, feine Bienenwachskerzen, praktische Anzündhilfen, Abwaschtücher, Teppiche und vieles mehr her. Die Produkte sind in Movimentos Laden in Surtuor 1 erhältlich.

 Es ist ein kleines Wunder, dass dieser Laden im Dorfkern überhaupt existiert. Aufgrund hoher Mietpreise schien die Suche nach einer geeigneten Lokalität lange Zeit fast aussichtslos. Doch dann erhiel Movimento ein grosszügiges Legat und konnte das Geschäftslokal kaufen. Gian Peter Niggli, der Gemeindepräsident von Samedan, setzte sich anschliessend persönlich beim Kanton für den Umbau des Geschäfts ein.

Die Institution finanziert sich aus den Verkaufserlösen ihrer eigenen Produkte, einem Leistungsauftrag vom Kanton Graubünden und Spenden. Laut Geschäftsführerin Karin Hänni kämen ganz besonders letztere zu 100 % den Klientinnen und Klienten zugute. Dank der Spenden könnten Ausgleichsaktivitäten wie Schwimmen, Klettern, Tennisspielen angeboten oder Projekte wie z.B. «Digit-abile» durchgeführt werden zum Erwerb digitaler Kompetenzen.

Enorme Solidarität im Engadin

Movimento habe zudem enorme 
Solidarität im Oberengadin und in der Samedner Bevölkerung erfahren. Laut Karin Hänni seien die Menschen hier deutlich spendenbereiter, als sie es aus dem Unterland kenne.